Vergebene Liebesmüh

Written by Ronny. Posted in RandGedanken

„Sie hat einen Freund. Er ist das Beste was ihr je passieren konnte. Sie ist zu 100% glücklich vergeben!“

Er kann diese Sätze mittlerweile schon im Schlaf auswendig aufsagen. Kein Tag vergeht an dem ihn nicht diese Sätze im Kopf herumspuken. Er kann sie schon nicht mehr hören. Er ist einfach nur unsterblich in sie verliebt. Einfach nur bis über beide Ohren in sie verliebt. Wie konnte es nur soweit kommen??? Wie konnte Alex sich nur in eine Frau verlieben, die bereits liiert ist? Was soll Alex jetzt nur tun?

Wo die Liebe hinfällt…

Mit seinem ewigen Rumgejammer trägt Alex jedenfalls nicht zu einer Verbesserung der Situation bei. Wie gern wär er jetzt an ihrer Seite. Wie sehr würde er sich freuen wenn er derjenige wär, der ihr die nötige Geborgenheit, Vertrautheit und Liebe geben könnte. Wie schön wär es einfach nur wenn er mit ihr jede freie Minute verbringen könnte und ihr zeigen könnte wie sehr er sie liebt. Alex malt es sich Tag für Tag in seinen Träumen aus. Doch die harte Realität holt ihn immer wieder ein: Sie ist mit ihm zusammen.

Aber soll er jetzt seine innere Stimme einfach abschalten? Die Stimme, die ihm sagt „Man kann doch keine glückliche Beziehung zerstören!“ Der Mann im Ohr, der ihn mit Fragen wie „Darf man sich denn wirklich in eine bestehende Beziehung einmischen?“ oder „Ist es denn richtig um seine Herzensdame zu kämpfen, auch wenn diese bereits in festen Händen ist?“ konfrontiert. Ihn ganz durcheinander bringt und ratlos erscheinen lässt.

Dabei ist die Antwort so einfach: Klar darf man. Schließlich kann man ja nichts dafür, dass es gerade diese Person ist, die in einem diese Schmetterlinge im Bauch hervorruft. Schließlich hat man sich in die Eigenarten, den Charakter und die Ausstrahlung dieser einen Person verliebt und nicht in die Tatsache, dass sie einen Freund oder eine Freundin hat.

Rosenkrieg im Zeichen der Liebe???

Von daher ist es völlig legitim, auch um seine(n) Angebeteten zu kämpfen. Doch halt: Verstehen Sie das jetzt nicht als Aufforderung sich um jeden Preis in den Vordergrund zu drängen und die bestehende Beziehung mit allen Mitteln in ihre Einzelteile zu zerlegen. Bevor Sie sich jetzt also üble Scherze überlegen, wie Sie die/den verhassten Freund(in) Ihre(r/s) Angebeteten loswerden, um Ihre(n) „Geliebte(n)“ ganz für sich haben zu können, machen Sie sich eines klar. Die Gefühle de(r/s) Angebeteten sollten bei all Ihren „Aufeinandertreffen“ und „Annäherungsversuchen“ im Mittelpunkt stehen. Es wird eine Menge Rücksichtnahme und ein „Zurücknehmen“ der eigenen Person erforderlich sein, um an Ihr Ziel zu kommen.

Die „Typen“ Frage

Wenn Sie sich also ernsthaft mit der Fragestellung beschäftigen, ob Sie den Kampf um eine(n) vergebene(n) Mann/Frau riskieren sollen, sollten Sie selbst als Typ überprüfen. Nachdem so eine Eroberung nicht von heute auf morgen geschehen kann, sollten Sie sich Fragen stellen wie „Bin ich denn bereit eine sehr lange Zeit eine(m/r) liierten Frau/Mann „hinterherzulaufen“?

Habe ich die Kraft dazu langfristig meine Gefühle für die/den „Eine(n)“ aufrecht zu erhalten, wenn ich oft aus Rücksichtnahme über die bestehende Partnerschaft sehr überlegt herangehen muss, was das Ausdrücken meiner eigenen Gefühle anbelangt? Oder bin ich sowieso eher jemand, der die „wahre Liebe“ schnell vergisst, sobald mir jemand „Besseres“ über den Weg läuft?“

Zeit ist Liebe?

Denn Fakt ist: Sie werden sich darauf einstellen müssen- je nachdem in welcher Verfassung die Beziehung Ihre(r/s) Angebeteten ist- dass es ein langer Prozess werden kann, bis Sie sich am Ziel Ihrer Träume wähnen können. Und eine Garantie darauf gibt es in keinem Fall. Setzen Sie sich deshalb am besten ein persönliches Zeitfenster. Einen Zeitraum, den Sie bereit sind zu investieren, um um Ihren Traum zu kämpfen. Legen Sie dabei genau die gleichen Maßstäbe an, die Sie als evtl. künftiger potentieller Partner Ihre(r/s) Traumfrau/manns in Anspruch nehmen wollen.

Mit anderen Worten: Sie möchten ja selbst nicht, dass Sie in einer potentiellen zukünftigen Partnerschaft mit Ihre(m/r) Angebeteten plötzlich zweite Wahl bzw. abgeschrieben sind, weil ein anderer sich in Ihre(n) Freund(in) verguckt hat. Geben Sie daher immer Ihre(m/r) Angebeteten die Chance die Gefühlssituation selbstständig zu überdenken.

Sich selbst (treu) bleiben in der Partnerschaft

Es gibt gar keine andere Möglichkeit als diese, wenn Sie fair und ohne Schlammschlacht um Ihre(n) liierten Traumfrau/mann kämpfen wollen. Machen Sie deshalb nie den Fehler und versuchen gezielt von vornherein alles Mögliche über den Partner Ihre(r/s) Angebeteten herauszufinden. Benutzen Sie Ihre(n) Angebeteten niemals dazu, um die Schwächen des „Konkurrenten“ auszuspionieren.

Nur um diese dann in einem Anflug vermeintlicher Solidarität mit Ihre(m/r) Angebeteten aufs Butterbrot zu schmieren und sie/ihn zu Konsequenzen zu drängen, die zu Ihren Gunsten ausgehen sollen. Bauen Sie stattdessen lieber das Vertrauensverhältnis zu Ihre(m/r) Traummann/frau als Freund(in) auf. Beschäftigen Sie sich mit ihm/ihr als Person und versuchen Sie tunlichst seinen/Ihren Partner dabei auszublenden. Legen Sie Ihre wahren Gefühle, Ihren Schmerz, Ihren Ärger über den Partner Ihre(r/s) Freundes lieber in die Hände Ihre(r/s) besten Freund(es/in).

Der Aufbau von gemeinsamen Interessen und Aktivitäten sollte in erster Linie im Vordergrund stehen. Geben Sie ihm/ihr daher das Gefühl, dass Sie mit sehr viel Freunde und Spaß am Leben teilnehmen. Dass Sie immer neue Herausforderungen im Alltag wagen, die Sie für ihn/sie interessant erscheinen lässt. Zeigen Sie ihm/ihr: Ich bin zu jeder Schandtat bereit, ich hab so Lust auf neue lustige und abwechslungsreiche Freizeitaktivitäten mit DIR gemeinsam. Hab aber auch ein offenes Ohr, wenn Du Probleme hast.

Nur wenn Ihr(e) Angebetete(r) gerne mit Ihnen spricht und das Gefühl hat er kann sich in allen Lebenslagen Ihnen anvertrauen, wird sie/er sich auch öffnen, was mögliche Probleme in der Beziehung anbelangt. Und sobald Sie diesen Status erreicht haben, können Sie noch mehr als je zuvor versuchen die Schwächen des anderen durch Ihr eigenes natürliches Auftreten auszugleichen.

Die Summe all Ihrer positiven Charaktereigenschaften, Ihres ganzen Auftretens und Ihres natürlichen Interesses kann dann erheblich dazu beitragen, dass Ihr(e) Angebetete(r) Sie mit anderen Augen wahrnimmt. Dass sich seine Gefühle vor allem im direkten Vergleich zu seinem Partner erheblich ändern. Dass er sich zu Ihnen hingezogen fühlt. Wenn Sie es dann geschafft haben, dass Ihr(e) Angebetete diesen Punkt erreicht hat, dann können Sie stolz auf sich sein. Nun bleibt es die saubere und demokratische Angelegenheit von ihr/ihm, ob Sie als Partner in Betracht kommen.

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