Viel Geld für bedeutungsloses Einheitsdenkmal
Das ist vielleicht ein Denkmal! Wer braucht die preisgekrönte Riesenschale, die die Event-Agentur Milla & Partner erdacht hat als Einheitsdenkmal? Denn das Einheitsdenkmal gibt es ja längst: Das Brandenburger Tor.
Dass es eine Ausschreibung für dieses Denkmal gab, ist die Schuld von Florian Mausbach, Lothar de Maizière, Günter Nooke und Jürgen Engert. Die wollten den dunklen Erinnerungsstätten und Denkmalen, die an die Verfolgung der Antifaschisten und Juden sowie an die anderen Schrecken des Krieges erinnern bewusst etwas Positives gegenüberstellen.
Es sollte ein Zeichen der Freude und des Stolzes direkt auf dem Schlossplatz her. So wollte es der Bundestag dann schließlich auch. Seit ein paar Tagen steht fest, wie das neue Nationaldenkmal aussehen soll. Es wird ein bieder sinniges Monument von denkbar großer Belanglosigkeit sein.
Ausgedacht hat es weder ein Künstler noch ein Architekt, sondern eine Event-Agentur aus Stuttgart. Gemeinsam mit Choreografin Sasha Waltz kreiirte die Eventagentur eine Riesen-Wippe. Sie hat eine Schalenform und setzt sich wiegend langsam in Bewegung, sobald Besucher sie betreten und darauf verteilen. Wie die Planer wollten, sollte es kein Ort der Besinnung werden, sondern eine Skulptur zum Mitmachen. Die historische Freude wird so in einen jahrmarkthaften Spaß verwandelt. Die historische Bedeutsamkeit wird in einem Event aufgelöst.
Das Konzept sei mit dem Geist geschaffen worden, dass jeder Mensch mit kreativem Handeln seinen Beitrag zum Wohl der Gesellschaft leisten und so auf sie einwirken kann lautet die Pseudophilosophie der Planer. Die Metapher dieses Denkmals krankt nicht nur an fürchterlicher Beliebigkeit. Sie zeigt auch ein schwer deprimiertes Geschichtsbild. Egal, wie angeregt sich die Bürger auf dieser Wippe bewegen, über ein Auf und Nieder Wiegen werden sie nicht hinaus gelangen.
Tags:Denkmal
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